Rangifer tarandus
(Linné, 1758)

Deutsch  Ren oder Rentier
Englisch  Reindeer
Französisch  Renne


Das Ren erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 1,70 - 2,20 m und eine Schulterhöhe von 80 - 130 cm. Das Sommerfell ist braun und das hellere Winterfell beinhaltet oft eine hellgraue Halsmähne. Beide Geschlechter tragen ein Geweih, dessen unterste Sprosse nach vorn gerichtet und oft schaufelartig verbreitert ist. Beim Gehen ertönt das charakteristische Knacken in den Fußgelenken. Die Tiere leben nomadisch und bilden meist kleine Gruppen. Im Winter finden sie sich oft auch zu Herden mit über 1.000 Individuen zusammen. Männchen leben allerdings häufig als Einzelgänger. Das Ren der Alten Welt und das nordamerikanische Karibu sind ein und dieselbe Art.

Das Vorkommen erstreckt sich über die arktischen Zonen Amerikas und Eurasiens. Als Lebensraum dienen die offene Tundra, Waldtundra und Gebirge bis in 2.500 m Höhe. Es finden regelmäßige jahreszeitliche Wanderungen, teilweise über Hunderte von Kilometern, zwischen den Wintereinständen in der Waldregion und den Sommerweideflächen in der baumlosen Tundra statt.

Während der Brunftzeit von September bis November beansprucht ein Männchen einen Harem mit bis zu 20 Weibchen für sich alleine. Nach einer Tragzeit von 7 - 8 Monaten bringt das Weibchen in der Regel ein Junges zur Welt. Es kann vom ersten Tag an laufen und begleitet seine Mutter ein Jahr lang.

Die Nahrung des Rens besteht aus Gras, Kräutern, Laub, frischen Strauchtrieben, Pilzen und Flechten.

Verschiedene nordische Volksstämme halten traditionell domestizierte Rentiere als Zugtiere, Milch-, Fleisch- und Lederlieferanten. Diese Hausrene können sehr unterschiedlich gefärbt sein. Sie variierten von Weiß über Dunkelbraun bis Gescheckt.

Paarhufersystematik

Stand: 03.09.2007

© Katja Duske